Backlight-Bleeding in der Praxis: Das müsst Ihr wissen

Backlight-Bleeding in der Praxis: Das müsst Ihr wissen

Backlight-Bleeding ist ein echtes Schreckgespenst beim Monitor-Kauf. Doch wie genau wirkt sich das Leuchten von Dunklen Bildinhalten in der Praxis wirklich aus, wie entsteht es und was könnt Ihr dagegen tun?


Moderne IPS-Monitore wie der Asus ROG Swift PG279Q sind ein Segen für Gamer: Sie bieten ein gestochen scharfes Bild, reduzieren per G-Sync und hoher Bildwiederholrate den Input-Lag auf ein Minimum und bieten dank moderner Panels ein Blickwinkel-unabhängiges Gaming-Vergnügen. Trotzdem liest man immer wieder davon, dass störendes Backlight-Bleeding den Spaß an High-End-Displays vermasselt: In dunklen Spiel- oder Filmszenen sind hell leuchtende Bereiche des Monitors erkennbar. Doch was hat es mit dem Backlight-Bleeding wirklich auf sich? Wir klären auf.

Wie entsteht Backlight-Bleeding?

Backlight-Bleeding ist ein typisches Phänomen, das bei der Produktion von Monitoren mit modernen IPS-Panels entstehen kann. Die verbauten Panele bestehen aus verschiedenen Schichten, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Zur Reduzierung von Reflexionen wird beispielsweise in nahezu allen IPS-Monitoren eine entsprechende Schicht kurz vor dem Monitorglas untergebracht. Die optimale Anordnung dieser unterschiedlichen Schichten bestimmt vereinfacht ausgedrückt, wie gut oder eben schlecht das Bild des Monitors am Ende ausfällt.

Achtung: Fotos von Backlight-Bleeding entsprechen nicht unbedingt dem echten Eindruck.


Und genau hier liegt die Herausforderung beim Bau von IPS-Monitoren: Sind die Schichten nicht zu einhundert Prozent korrekt ausgerichtet, kommt es zu einem ungleichmäßigen Druck im Inneren des Displays. Dieser sorgt dafür, dass die Anordnung der Flüssigkristalle im Inneren des Monitors durcheinandergerät und die Kristalle Licht durchlassen, wo keines sein sollte – hallo, Backlight-Bleeding! Dabei handelt es sich im Grunde genommen um das gleiche Phänomen, das dann auftritt, wenn Ihr mit einem Finger leichten Druck auf einen Monitor ausübt: Die Kristallstruktur gerät durcheinander und es gibt Farbfehler.

Asus-Monitore verhindern durch einen hohen Produktionsstandard, dass Backlight-Bleeding zu einem größeren Problem wird. Ganz verhindern lässt es sich allerdings technisch bedingt nie, sodass es in ganz bestimmten Situationen dennoch auffallen kann, gerade bei Monitoren mit großer Bilddiagonale – mehr dazu weiter unten.

Backlight-Bleeding

Backlight-Bleeding tritt vor allem in den Kanten und Rändern des Monitors auf.


Sind IPS-Glow und Backlight-Bleeding das Gleiche?

Die beiden Begriffe IPS-Glitzern (oft auch als IPS-Glow bezeichnet) und Backlight-Bleeding sind häufig im Zusammenhang mit der Qualität von Monitoren zu lesen. Das Problem: Nicht nur in Forendiskussionen, sondern auch in Fachartikeln werden die beiden Begriffe leider oft als Synonym verwendet, was allerdings nicht korrekt ist.

IPS-Glow ist ein Effekt, unter dem IPS-Panels bauartbedingt in unterschiedlich starker Ausprägung leiden. Er macht sich in einer mehr oder wenigen starken Aufhellung von bestimmten Bildbereichen bemerkbar. Das Besondere dabei: IPS-Glow fällt – wenn überhaupt – nur bei hellen, genauer gesagt weißen, Bildinhalten auf. Auch ist es blickwinkelabhängig. Wenn eben jene hellen Bildinhalte bei der seitlichen Betrachtung einen leichten Schimmer im RBG-Farbraum erkennen lassen, bezeichnet man dieses Syndrom als IPS-Glow Es wirkt ein wenig so, als ob der Monitor mit einer dünnen Fettschicht beschmiert ist.

Hier sei allerdings explizit gesagt, dass viele Gamer und andere Bildschirmarbeiter den Effekt im Alltag so gut wie nie sehen. Das liegt zum einen daran, dass er nur bei bestimmten Blickwinkeln auftritt, zum anderen aber auch daran, dass moderne IPS-Monitore wie der Asus MG248Q oder der Asus ROG Swift PG279Q den IPS-Glow-Effekt durch eine effiziente Bauweise nahezu komplett eliminieren.

Viele Nutzer nehmen IPS Glow im Alltag gar nicht wahr.


Generell macht sich das nervige IPS-Glow in aller Regel ohnehin nur dann bemerkbar, wenn Ihr besonders nah an den Monitor heranrückt – im normalen Gaming- und Office-Alltag dürfte Euch das Problem hingegen praktisch gar nicht auffallen.

Beim Backlight-Bleeding handelt es sich hingegen um ein produktionsbedingtes Problem, das dauerhaft auftritt. Im Gegensatz zum IPS-Glow ist es nicht von der Entfernung zum Monitor oder dem Winkel, in dem Ihr auf das Display schaut, abhängig. Auch erkennt Ihr den Effekt nicht bei hellen, sondern vornehmlich bei dunklen Flächen auf dem Screen.


Backlight-Bleeding

Backlight-Glow betrifft meist den ganzen Monitor und hellt das Bild großflächig auf.


Wann macht sich Backlight-Bleeding besonders bemerkbar?

In der Praxis kann es durchaus sein, dass Euer Monitor seit Jahren unter starkem Backlight-Bleeding leidet – und Ihr davon bis heute nichts bemerkt habt. In vielen Situationen ist der negative Effekt nämlich selbst bei starker Ausprägung nicht sichtbar. Das gilt zum Beispiel dann, wenn Ihr helle Bildhinhalte auf dem Schirm habt, also beispielsweise Webseiten, Spiele mit eher „freundlicher“ Grafik oder eine klassische Textverarbeitung wie Word.

Anders sieht es aus, wenn Ihr bei Dämmerlicht oder in völliger Dunkelheit auf dem Monitor zockt oder auch eher dunkle Filme anschaut. Gerade Gamern, die gerne atmosphärische Shooter wie Doom oder Horror-Schleicher á la Amnesia oder Outlast zocken, fällt Backlight-Bleeding womöglich am ehesten auf – schließlich stören die hellen Flecken beim Blick in dunkle Level.

Die Super-Schrotflinte macht mit jedem Gegner kurzen Prozess.

Gerade bei düsteren Spielen wie Doom kann Backlight-Bleeding auffallen.


So testet Ihr Euren Monitor auf Backlight-Bleeding

Wie könnt Ihr nun also herausfinden, ob und vor allem in welchem Ausmaß Eurer Monitor an Backlight-Bleeding leidet? Dazu bedarf es im Grunde nur zwei Dinge: Einer dunklen Umgebung und einem schwarzen Hintergrundbild. Letzteres erreicht Ihr am besten, indem Ihr ein passendes Video abspielt (beispielsweise das hier auf YouTube ) oder einfach mit dem Bildbearbeitungstool Eures Vertrauens ein vollständig schwarzes Bild erstellt und dieses auf Vollbild zieht. Wichtig: Dabei müssen sämtliche Nicht-Schwarzen-Inhalte (also Menüs, Scrollleisten etc.) vom Bildschirm verschwinden.

Checkt nun, ob Ihr sichtbare Lichthöfe auf dem Monitor erkennen könnt. Dabei solltet Ihr besonders in die Ecken schauen, da Light-Bleeding dort besonders stark auffällt. Wir sind ehrlich zu Euch: Auch auf manchen Displays von uns werdet Ihr diese Lichthöfe erkennen können. Allerdings spielt es eine wichtige Rolle dabei, wie stark diese ausfallen. Das hängt vor allem auch mit der eingestellten Bildschirmhelligkeit zusammen – mehr dazu weiter unten.



Mit Videos wie diesem, könnt ihr euren Monitor auf Backlight-Bleeding überprüfen – einfach den Vollbild-Modus aktivieren.


Apropos: Im Zusammenhang mit Backlight-Bleeding finden sich oft Fotos im Internet, auf denen der Effekt selbst bei Premium-Monitoren wie dem Asus ROG Swift PG279 deutlich sichtbar ist. Solche Fotos (oder auch entsprechende Videos) sind allerdings mit Vorsicht zu genießen: Digitale Kameras verarbeiten Licht komplett anders, als es beim menschlichen Auge der Fall ist. Vor allem, wenn die Aufnahmen mit den Automatikeinstellungen gängiger Kameras aufgenommen werden, ist das Licht oft völlig überzeichnet und entsprechend auffällig. Ihr solltet Euch also unbedingt selbst ein Bild davon machen, ob der Monitor Eurer Wahl tatsächlich so stark vom Backlight-Bleeding betroffen ist oder eben nicht.


Lässt sich Backlight-Bleeding manuell beheben?

Wie für so ziemlich jedes IT-bezogene Problem finden sich auch zum Thema Backlight-Bleeding unzählige Tipps und Anleitungen in den Weiten des Internets, mit denen sich Backlight-Bleeding angeblich effizient beseitigen lassen. Die Tipps und Tricks gegen Backlight-Bleeding nehmen dabei zum Teil die obskursten Formen an: Da werden in YouTube-Videos spezielle Massagetechniken vorgeführt, die angeblich die Abstände der Monitor-Schichten und damit auch das Backlight-Bleeding korrigieren.

Andere Tipps gegen das Problem involvieren dünne Papierstreifen, die vorsichtig unter den Displayrand platziert werden und dadurch das nervige Hintergrundleuchten beheben sollen. Einige Tutorials und Anleitungen zur Behebung von Backlight-Bleeding gehen sogar so weit, den kompletten Monitor auseinander zu schrauben und anschließend mit leichter Veränderung wieder zusammen zu setzen.

Wir können nicht vollständig ausschließen, dass solche Tipps gegen Backlight-Bleeding im einen oder anderen Fall zum erwünschten Erfolg führen. Besser ist es jedoch, gleich beim Kauf des Monitors darauf zu achten, einen hochwertigen Monitor zu erwischen, bei dem Backlight-Bleeding kein größeres Problem darstellt.

Geöffnetes Panel - MG279Q

Ein geöffneter Monitor und freigelegtes Panel des MG279Q (Quelle: www.tftcentral.co.uk)



Kann ich Backlight-Bleeding auf andere Weise reduzieren?

Vor allem hochwertige IPS-Displays wie das im Asus ROG Swift PG279Q zeigen nur in ganz bestimmten Situationen das störende Leuchten. Solltet Ihr den Effekt in bestimmten Gaming-Situationen oder auch bei Alltagsaufgaben wie der Bildbearbeitung mit Photoshop feststellen, könnt Ihr ihm dennoch ein wenig entgegenwirken, ohne gleich einen komplett neuen Monitor zu kaufen.

Der wichtigste Ansatzpunkt ist das Umstellen des Bildmodus Eures Monitor. Fast jeder aktuelle Monitor bietet zu diesem Zweck unterschiedliche Einstellungen, die Ihr über das Konfigurationsmenü des Monitors auswählen könnt.

Backlight-Bleeding entsteht, wenn das ausgestrahlte Licht des Monitorbilds nicht sauber durch das Display absorbiert wird. Daher hilft es in vielen Fällen, die Helligkeit des Monitors zu reduzieren. Wenn Ihr – wie oben beschrieben – beim Test Eures Monitors auf Backlight-Bleeding Probleme festgestellt habt, könnt Ihr gleich testen, ob es etwas bringt. Dunkelt erneut den Raum ab und bringt ein dunkles Bild auf den Monitor.

Öffnet nun das Menü des Displays und regelt die Helligkeit schrittweise herunter. Wenn es sich nicht um einen extremen Fall von IPS-Bleeding handelt, sollte der Effekt nun bereits spürbar reduziert werden. Natürlich müsst Ihr später in der Praxis bei hellen Inhalten checken, ob die eingestellte Display-Helligkeit für Eure Anforderungen genügt oder nicht. Trotzdem lässt sich auf diese Weise der störende Einfluss von Backlight-Bleeding auf das Gaming-Vergnügen oder auch den Office-Alltag am Monitor deutlich reduzieren. 



Fazit

Backlight-Bleeding gehört zu den wenigen negativen Aspekten, mit denen sich Käufer von modernen IPS-Monitoren herumschlagen müssen. Oft ist das Problem aber in der Praxis sehr viel weniger dramatisch, als es Blicke in Foren oder Tests vermuten lassen. Unsere Asus-Monitore werden unter strengsten Qualitätskriterien gefertigt, um Backlight-Bleeding so effizient wie möglich zu eliminieren. Seid Ihr dennoch mit der Qualität unserer Monitore nicht zufrieden scheute Euch nicht, unseren Support zu kontaktieren, der Euch tatkräftig unterstützt. Alle Infos und Adressen dazu findet Ihr wie immer in unserem Support-Center
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