Nvidia vs. AMD: Grafikkarten-Kaufberatung

Nvidia vs. AMD: Grafikkarten-Kaufberatung

Nvidia GTX 1080, GTX 1070, GTX 1060 oder doch eher AMD RX 480, RX 470 und RX 460? Wer bietet volle Details in 4K und welche Grafikkarte ist die beste bis 300 Euro? 

ASUS Information Delivery VGA Graphics Cards Grafikkarten

Die Frage, welche Karte für welchen Gamer die richtige ist, lässt sich auf den ersten Blick nicht so einfach beantworten. Versuchen wir uns an einer Typberatung. Die zwei großen Player im Grafikchipmarkt, Nvidia und AMD, haben in den vergangenen Wochen mit der Vorstellung neuer Chips der Pascal- und Polaris-Architektur zwei neue Grafikkarten-Generationen für Gamer gestartet.

Nvidia liefert mit der Titan X, GTX 1080, GTX 1070 und GTX 1060 vier flotte GeForce-Karten von High-End bis Mittelklasse ab 280 Euro. AMD platziert die Radeon RX 480 preislich neben der GTX 1060 und die RX 470 sowie RX 460 noch unter den genannten Konkurrenten in der Mittelklasse. Wirklich Rivalität zwischen beiden Chipherstellern entsteht also nur an einer Stelle. AMDs High-End-Chips erscheinen erst Anfang 2017 unter dem Codenamen Vega.


4K und VR oder eher 1080p in mittleren Details?

Natürlich kommt es in erster Linie auch auf das Budget an, welches der Gamer für die neue Grafikkarte gewillt ist einzuräumen. Wie sieht der restliche Rechner aus, was für ein Monitor oder Fernseher muss bedient werden? Als nächstes schaut man sich die Games an und legt sich auf Ansprüche an die Grafik fest. Die Masse aller Spiele ist auf allen Grafikkarten dieses Roundups lauffähig.

Full-HD vs 4k

Deutlich feinere Details sind in 4k schärfer und feiner aufgelöst. Jedoch muss eure Grafikkarte in 4k auch 4-mal so viele Pixel berechnen wie in FullHD.


Viele Games sehen auch in niedriger Detailstufe in FullHD schon sehr gut aus, aber PC-Spieler wollen teilweise auch in bestmöglicher Optik und so flüssig wie geht zocken – die Bandbreite ist groß. Wir haben vier grobe Kategorien entworfen und nach finanziellem Einsatz gestaffelt. Vorsicht, zum Ende hin wird der Text immer „teurer“.


E-Sportler & Casual-Gamer: RX 460/470

Bei den Einsteiger-Karten mit AMD-Polaris-Chip, der ASUS ROG STRIX Radeon RX 460 OC für um die 170 Euro und der RX 470 OC für etwas mehr als 220 Euro, finden sowohl junge und kostenbewusste Käufer als auch E-Sportler ihr Anforderungsprofil erfüllt. Die einen wollen einen Mix aus Optik und Frameraten in aktuellen Spielen ohne ein Vermögen loszuwerden, die anderen zocken der Vergleichbarkeit halber und aufgrund visueller Vorteile bei manchen Spielen auf niedrigen Settings.

ROG STRIX RX 460 & 470

Das neue ROG-Design für Grafikkarten mit zwei Lüftern wie RX 460 und RX470

 

Die RX 460 und RX 470 unterscheiden sich optisch kaum.

Wer sich im Preissegment der kleineren RX 460 mit Polaris 11-Chip umschaut, wird noch günstigere Karten auch von ASUS, finden – hier raten wir Gamern aber mindestens zu den Varianten mit 4 GB zu greifen. Die RX 460 bedient FullHD-Monitore in Games wie The Witcher 3, GTA 5 oder Doom mit ordentlich spielbaren Frameraten deutlich oberhalb der 30er-Marke – sofern die Details etwas reduziert werden. Bei The Witcher 3 sind laut Toms Hardware mittlere Details mit fast 50 FPS drin, bei GTA V sogar High Settings mit 50 FPS und Doom liefert sogar mehr als 60 FPS im High Quality Preset. Das darf man durchaus als spielbar bezeichnen.

ComputerBase hat die RX 460 speziell mit Fokus auf E-Sport gebencht und in populären Titeln wie CS:Go, WoW, Overwatch und Dota 2 in FullHD immer mehr als 60 FPS ermittelt. League of Legends läuft sogar in 4K bei maximaler Detailstufe, was man von den grafiklastigen Blockbustern wie The Witcher 3 nicht behaupten kann.

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Polaris 10 vs Polaris 11 Die-Vergleich

Der kleinere Polaris 11-Chip bietet bei den meisten Spielen eine gute Leistung. Wer mehr Leistung möchte, greift zum Polaris 10 Chip.

Sie kostet zwar nur 50 Euro mehr, legt aber in vielen Spielen doppelte Performance an den Tag: Die Radeon RX 470 trägt anstelle des kleinen Polaris 11 Chips der RX 460 einen Polaris 10 mit 2.048 Shader-Einheiten anstelle von nur 869. Bis auf die Leistungsaufnahme (120 vs.75 Watt) wurden fast alle GPU-Eckdaten verdoppelt, so dass eben auch mit nahezu zweifacher Performance gerechnet werden darf. In den PC Games Hardware-Benchmarks von Assassin‘s Creed Unity über GTA V bis The Witcher 3 sind maximale Grafik-Details immer mit mindestens 30 FPS darstellbar. Für „echte“ Gamer ruckelt das leider immer noch, das Ende der Fahnenstange hinsichtlich der Performance ist ja auch noch lange nicht erreicht.   


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Die Preis-Leistungs-Sieger: RX 480 und GTX 1060

Was Preis-Leistung angeht, findet sich rund um die RX 470, die etwas schnellere RX 480 und die je nach Spiel mitunter wiederum nur leicht flottere Nvidia GeForce GTX 1060 der sogenannte Sweetspot. ComputerBase beschreibt es treffend: „Die meisten FPS pro Euro liefern zur Zeit die Radeon RX 470, die Radeon RX 480 und die GeForce GTX 1060. Das ist auffällig, denn bei allen drei Grafikkarten handelt es sich um Neuvorstellungen.“ Die RX 480 und GTX 1060 sind je nach Ausstattung bereits unter 300 Euro zu bekommen und kämpfen hart in diesem Massenmarkt der Mittelklasse.

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GP106 vs Polaris10 PCB

Die PCBs der Geforce1060 (GP106) und der Radeon RX480 (Polaris 10) im Vergleich.

 

PG279Q und MG279Q

Die WQHD-Monitore PG279Q mit G-Sync und der MG279Q mit FreeSync lassen sich problemlos mit einer 1060 oder RX480 bespielen.



Bei aktuellen Games bieten die beiden Grafikchips nicht nur maximierte Details sondern auch Bildverbesserungen wie Anti-Aliasing zur Beseitigung von Treppeneffekten und Kantenflimmern. Auch Monitore neuerer Bauart mit WQHD-Auflösungen von 2.560 x 1.440 Pixeln stellen die Mitteklasse-Chips „Polaris 10 XT“ (RX 480) und GP106 (GTX 1060) nicht vor unlösbare Aufgaben.

Immerhin rangiert diese neueste Generation „Mittelklasse“ zwischen einer GeForce GTX 970 und einer GTX 980. Selbst den Hardware-Fresser The Division bringt die ASUS ROG Strix GeForce GTX 1060 OC bei Hardwareluxx in WQHD-Auflösung noch knapp an die 60 FPS. Das Spiel bevorzugt anscheinend AMDs vierte GCN-Architektur (Graphics Core Next) so dass die RX 480 in diesem Titel sogar ein paar Prozente flotter performt. Aber auch mit der RX 470 kommt man schon auf wenige Prozentpunkte an die Leistung heran, sie ist der wahre Preis-Leistungskiller und sitzt etwas zwischen den Stühlen.

 

Die neuen Karten toppen die alten hinsichtlich Preis-Leistung!

Zusammengefasst: Hier finden sich die meisten Gamer wieder. Satte Grafikdetails in aktuellen und zukünftigen Games für moderaten finanziellen Einsatz. Der durchschnittliche Aufrüster wird hier fündig. Für die Neulinge im Komponentenkauf muss man leider sagen: 300 Euro sind die neuen 200 Euro. Starke Währung in China, stabiles Preisniveau im Gebrauchtmarkt oder allgemein steigende Anforderungen für Hardware – die Gründe sind vielfältig aber Gamer sollten schon mindestens so tief in die Tasche greifen und diesen Sweetspot besetzen.

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Wir haben die Aufrüster angesprochen, für die sogenannten „Systembuilder“, die ihren PC selber zusammenstellen und schrauben, sind Grafikkarten meist die kostspieligste (weil auch wichtigste) Komponente und die RX 480 und GTX 1060 „nur“ Mainstream. Das heißt es gibt Luft nach oben.

1440p oder 4K Monitor? GTX 1070 und 1080!

AMDs High-End-GPUs unter dem Codenamen „Vega“ lassen noch bis 2017 auf sich warten, weswegen Nvidia das Feld der Hardware-Enthusiasten und ambitionierten (Core-)Gamer solange alleine bestellt. Die zwei auf dem GP104 basierenden Grafikkarten GTX 1070 und GTX 1080 gehören zur Luxusklasse mit Preisen ab 500 und 700 Euro. Besitzer dieser Karten sind in der Regel wenig kompromissbereit, was die Detailstufe in Spielen angeht und zocken nicht selten vor hochauflösenden Displays mit 3.440 x 1.440 Bildpunkten im 21:9-Kinoformat oder in UltraHD mit 3.840 x 2.160 Pixeln.

Wie drastisch hohe Auflösungen und Bildwiederholraten die Anforderungen an eine GPU erhöhen, haben wir in einem Artikel über Virtual Reality mal vorgerechnet. Gerade VR setzt eine Grafikkarte der gehobenen Mittelklasse voraus. Das war mal die GTX 970, hier handelt es sich aber um die Mindestvoraussetzung.

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GTX 970 - GTX 1070 Benchmarks

Die neue GTX 1070 liegt mit teils 40% Mehrleistung deutlich vor ihrer Vorgängerkarte GTX 970. (Quelle: Nvidia)


Die GTX 1070 performt 54 Prozent besser als die GTX 970, die GTX 1080 ist hingegen in Benchmarks mindestens doppelt so schnell wie die 970, meist verdoppelt sie sogar die Leistung einer GTX 980. „Sie ist die neue 100-Prozent-Marke im PCGH-Leistungsindex“, „Alternativen zur GeForce GTX 1080 gibt es derzeit nicht. Keine Karte ist derzeit so schnell wie das neue Flaggschiff von NVIDIA“, bescheinigt Hardwareluxx mit einem Excellent Hardware Award.

Auch wir haben die ASUS ROG Strix GTX 1080 im Detail vorgestellt und für Aufrüster beschrieben, was sie von GTX 1070 und GTX 1080 erwarten dürfen. Jetzt und in Zukunft sind die beiden Pascal-Karten über alle Zweifel erhaben, es gibt nur einen Herausforderer in der absoluten Luxusklasse: Die neue Titan X.

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Grafikkarten-Kaufberatung

Das riesige Weltraum-Projekt Star Citizen setzt mit einer stark modifizierten CryEngine selbst aktuellen High-End-Rechner extrem zu. Wir empfehlen eine GTX 1070 oder aufwärts.


Nur das Beste: Titan X mit Pascal

In den Hardwareforen werden mitunter nur wenige Monate alte GTX 1080s schon wieder „gebraucht“ verkauft. Der Grund ist, dass Nvidia mit dem GP102 auf der Titan X einen noch dickeren Chip für 1.300 Euro hinterhergeschoben hat und ein paar wenige Gamer einfach immer die schnellste Single-GPU im Rechner brauchen. Manche kaufen gleich zwei der teuren, nur über Nvidia erhältlichen, Titan-Karten. Diese eher für Entwickler und Forscher gedachte Titan X liefert 20-30 Prozent mehr Performance, kostet aber auch gut 500 Euro mehr als die GTX 1080.

Grafikkarten-Kaufberatung

Die neue Titan X stellt momentan für den Consumer-Bereich das Maß der Dinge dar, ist mit 1300€ aber auch nicht günstig.



Wem Geld egal ist und wer nur die schnellsten Komponenten in seinem Rechner haben will, der kann zur Titan X greifen“, schreibt die Gamestar. Der Großteil der Gamer bleibt jedoch vernünftig und ordnet sich in den vorangegangenen Absätzen ein. Wir wollten den Performance-König nur mal genannt haben.


Grafikkarten-Kaufberatung

Wir geben euch die relevanten Informationen, welche Grafikkarte für euch am besten passen würde.


Fazit: Grafik ist wichtig und neu ist immer besser

Im Grafikmarkt verhält es sich eigentlich wie bei Autos: Mit relativ wenig Einsatz, deutlich unter 200 Euro für eine RX 460, kommt man bereits von A nach B beziehungsweise kann in FullHD spielen. Zwischen 220 und 320 Euro formiert sich der „Sweetspot“, RX 470, 480 und GTX 1060 liefern gehobenen Komfort in Form von optimaler Geschwindigkeit und Details pro Euro Kaufpreis.

Wer stärker motorisieren möchte, weil WQHD, 4K und VR oder auch nur kompromisslose Details und Frameraten gebraucht werden, muss exponentiell tiefer in die Tasche greifen. Die Porsches und Ferraris unter den GPUs wie die GTX 1070 und GTX 1080 werden von vielen begehrt und trotzdem fahren die meisten VW.

Egal wo man sich einsortiert, mit den neuen Grafikkarten von AMD und Nvidia wird sich die Schere zur alten Generation immer weiter auftun. Aktuelle Spiele zeigen bereits eine Mehrleistung aber die Gameswelt steht ja nicht still. Früher oder später limitieren 4 GB Speicher der ehemaligen High-End-Karten GTX 970 und 980, so dass die neueren Mittelklasse-GPUs, wenn auch jetzt im gleichen Preissegment, sich absetzen werden.

 

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Welcher LCD optimal zu eurer neuen Grafikkarte passt, erfahrt ihr im Artikel:
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Im Video zeigen wir euch den Unterschied zwischen der GTX1070 und GTX1080.
 


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