Warum Gamer mechanische Tastaturen bevorzugen

Warum Gamer mechanische Tastaturen bevorzugen

Dass mechanische Tastaturen anders als flache Chiclet-Keyboards mit Gummiglocken auslösen, merkt man schon im Ladengeschäft. Warum ausgerechnet Spieler auf Tasten mit Metallfedern schwören und dass es auch dort einschneidende Unterschiede gibt, klärt dieser Text anhand des ASUS ROG HORUS GK2000-Gaming Keyboards.

Für viele PC-Nutzer sind Tastaturen so eine Art Add-on. Die gab es halt dazu, es lag da noch eine im Keller rum, irgendwer hat mal eine aus der Auflösung eines Büros mitgebracht. Die wird dann oft auch erst ausgetauscht, wenn es Coca-Cola nach mehreren Missgeschicken vollends geschafft hat, die Tasten zu blockieren oder aber sich eine bestimmte Taste partout nicht mehr auffinden lassen will. Und das neue Modell… vom Bekannten wieder aus der Bastelkiste gekramt.

Eine Tastatur ist gerade für Anfänger nicht die Komponente, über die man sich den Kopf zerbricht und dass anspruchsvolle Gamer in der Luxusklasse bis zu 300 Euro ausgeben für ihr Eingabegerät, mag abgehoben erscheinen. Natürlich können LED-Leuchteffekte, USB- sowie Audio-Verteiler als Teil der Ausstattung und CNC-gefräste Gehäuse aus Aluminium Preisdifferenzen verursachen. In den Foren und im Produktmarketing sind diese Aspekte aber immer erst nachrangig dargestellt, wenn das Wesentliche geklärt ist: Die Tastenmechanik.


Wir haben außerdem ein Video erstellt, in dem wir euch die Vorteile mechanischer Tastaturen zeigen:

Gummimatte vs. Mechanische Taster

Die dediziert für Gamer entworfene ASUS ROG GK2000 Horus nutzt mechanische „Switches“ – warum eigentlich und was ist das? Grob gesagt: Da gibt es ein unterschiedliches haptisches Feedback, es „kostet“ unterschiedlich viel Kraft auszulösen, es klingt anders, es lassen sich unterschiedlich viele Tasten gleichzeitig drücken und nach zwei Jahren intensiver Nutzung wird man auch einen Unterschied beim Rückgang des im Falle der mechanischen Tasten genau definierten Tastenwiderstands bemerken.  


Die Art des Widerstandes

Sogenannte Rubberdome-Schalter verbinden bei der Auslösung zwei Kontakte auf dünnen Leiterfolien mittels einer durch die Taste eingedrückten, weichen Gummiglocke. Solche Tastaturen sind meist günstiger, liefern einen spürbaren Druckpunkt, erleiden allerdings auch Materialermüdung. Sie erlauben sowohl freistehende Tasten als auch Layouts mit klar eingefassten, durch Zwischenstreben voneinander getrennten Tasten im sogenannten Isolation-, Insel- oder Chiclet-Design. Einige Tastenlayouts kombinieren die Rubberdome-Technik mit Scissor-Schaltern, diese scherenartige Wippe klappt bei Auslösung ähnlich der Flügel eines Schmetterlings zusammen. ComputerBase hat die Technik einmal ausführlicher beschrieben.

Wer den inneren Aufbau einmal gesehen hat, versteht relativ schnell, dass die Flexibilität der Gummiglocken irgendwann (vielleicht schon nach Monaten) einmal nachlassen wird und der eine oder andere kennt vielleicht den Effekt, dass man nach einer gewissen Nutzungsdauer für ein Auslösen schon ordentlich bis zum Anschlag durchdrücken muss. Zuhause kann man den schleichenden Prozess bei älteren Tastaturen am ehesten bei den Tasten „E“ und „J“ nachvollziehen, letztere wird deutlich weniger genutzt und zeigt dadurch geringeren Verschleiß. Gamer ziehen den Vergleich am besten zum WASD-Tastenfeld.



Und wie funktioniert jetzt eine mechanische Tastatur wie ASUS ROG GK2000 Horus? Sie erreichen gleichbleibende Anschlagbedingungen über mehr als die zehnfache Anzahl Anschläge (5 Millionen vs. 50+ Millionen) mit einem deutlich komplizierteren Aufbau und sind deswegen auch kostspieliger. Gegen den Widerstand einer kleinen metallenen Feder drückt man ein kleines Kunststoffteil nach unten, was einen Kontakt für das Auslösen schließt. Die meisten dieser mechanischen Schalter oder auch „Switches“ erlauben einen Tastenweg von 4 Millimeter und lösen etwa nach der Hälfte, also bei 2 Millimeter aus. Die Gummiglocken muss man im Gegensatz dazu immer bis Anschlag durchdrücken. Der Tastenwiderstand rangiert von 45 bis 95 Gramm, je nach Schalter kann ein Druckpunkt als haptisches oder auch ein Klickgeräusch als Audio-Feedback entstehen. Auf die unterschiedlichen mechanischen Schalter und die Gründe für die Wahl der Cherry MX Red in den ASUS ROG GK2000 Horus-Tastaturen gehen wir später noch ausführlicher ein.


Wieso mechanische Switches?

Cherry Schalter Mechanische Gaming-Tastatur

Viele spieler schwören auf die mechanischen MX Red von Cherry. Diese kommen beispielsweise bei der ROG GK2000 zum Einsatz. (Quelle: Cherry)

Die ersten Eindrücke für Wechsler sind meistens ein lauterer Betrieb bei mechanischen Tastaturen und anstrengenderes aber leiseres Tippen auf den Rubberdomes. Im dicht besetzten Großraumbüro kann das massenhafte Geklacker hohler Tastenkappen schnell zu einer permanenten Lärmbelastung erwachsen und auf dem Schreibtisch nehmen die mechanischen Tastaturen meist mehr Platz ein als die schlanken Designs unter den Rubberdomes. Wer damit leben kann oder sogar höhere Zufriedenheit aus dem intensiveren Tipp-Erlebnis zieht, den erwarten schnellere und komfortablere Schreibarbeiten mit mehr Ausdauer und Präzision.

Es braucht sicher keine Marathon-Gaming-Sessions, um die unterschiedliche Belastung der Finger zu bemerken und in einigen Matches kann das klarere und akkurate Gefühl für das Auslösen einer Taste im richtigen Moment den Unterschied machen. Wer einmal ein mechanisches Keyboard eine gewisse Zeit lang genutzt und sich umgewöhnt hat, will meist nicht mehr zurück und zahlt den Aufpreis.


Cherry MX Red, Black, Clear, Blue und Brown – Große Auswahl

Aufgrund ihrer Verbreitung sind die Taster der deutschen Firma Cherry als Referenz anzusehen, auch viele Tastaturen anderer Hersteller greifen auf diese Switches unter den Tastenkappen zurück. Es gibt zwei Varianten der Cherry MX-Schalter, taktil und linear. Die Cherry MX Blue und Brown bieten als taktile Switches einen Druckpunkt, das heißt einen spürbar höheren Widerstand im Tastenweg an der Stelle, an der ausgelöst wird. Die Cherry MX Blue ergänzen sogar einen hörbaren Klick als Feedback. Bei Cherry MX Black und Cherry MX Red gibt es einen durchgängigen, linearen, Widerstand ohne taktile Rückmeldung über das Auslösen nach zwei Millimetern. Bei den Cherry MX Black, wie sie beispielsweise in der ASUS Strix Tactic Pro zur Verwendung kommen, bemisst der Widerstand 60 Gramm oder 60 cN (Centinewton) in Kraft ausgedrückt, mit 45 cN lösen die Cherry MX Red deutlich leichtgängiger aus. Dafür muss man in etwa 20 1-Cent-Münzen auf der Taste stapeln. Mehr Tastenwiderstand verhindert versehentliches Auslösen, weniger Tastenwiderstand erhöht nach Eingewöhnung oft die Geschwindigkeit der Bedienung. 

Cherry Schalter Mechanische Gaming-Tastatur

Cherry bietet eine große Auswahl an mechanischen Schaltern für Gaming-Tastaturen. Die GK2000 nutzt die rote Version; bei der Strix Tactic Pro sind es braune Switches.


Schreiben oder Spielen? Cherry MX Red für Gamer

Bei MMORPGs wie dem Dauerbrenner World of Warcraft und Echtzeitstrategie-Spielen müssen oft sehr viele Tasten in möglichst kurzer Zeit treffsicher angesteuert werden. First-Person-Shooter stellen das WASD-Tastenfeld, Space und Shift nicht selten unter eine Dauerbelastung und generell fordert Gaming oft schnelle Tastenfolgen hintereinander. Hier sind die leichtgängigen Cherry MX Red Switches in der ASUS ROG GK2000 Horus prädestiniert. Gamer können dank des geringen Widerstands relativ anstrengungslos auslösen. Die taktilen Schalter können mit ihrem Druckpunkt auf Dauer irritieren, viele Spieler sehen in den Cherry MX Browns mit sehr subtilem Druckpunkt allerdings auch einen sehr guten Kompromiss für eine Allround-Lösung. Nur steht ROG nicht für Republic of Allrounders, deswegen geht die GK2000 Horus den konsequent Gaming-Pfad.

Counter Strike Go

Counter-Strike: Go ist ein gutes Beispiel für Games, bei denen sich eine mechanische Tastatur besonders lohnt.


Man tauscht also den Komfort einer intensiveren Rückmeldung, den gerade Vielschreiber sehr zu schätzen wissen, gegen die Geschwindigkeit einer leichteren und direkteren Eingabe ohne diese unnötige „Ablenkung“. Bei Texten können sich dafür leichter versehentlich ausgelöste Buchstaben einschleichen. Im Vergleich zu Cherry MX Black Switches ist wesentlich weniger Kraftaufwand nötig, was sich bei längeren Gaming-Sessions dann durchaus im Ermüdungsgrad der Finger zeigt.


Ghosting und N-Key-Rollover

Gaming-Tastatur Ghosting

In unserem Test auf einer gewöhnlichen Office-Tastatur mit dem Befehl für einen Duck-Jump nach vorne links (W, A, Strg. und Leertaste gleichzeitig) wurde das Signal für Leertaste nicht erkannt – ein Beispiel für Ghosting.

Dass mehr als zwei Tasten gleichzeitig gedrückt werden, ist keine Seltenheit. Hierbei ist noch der sogenannte N-Key-Rollover-Wert von Bedeutung. Er beziffert die Anzahl gleichzeitiger Eingaben ohne nicht erkannte oder aber fälschlicherweise ausgelöste Tasten, da bei mechanischen Keyboards jede Taste einzeln wahrgenommen werden kann. Durch den Aufbau mit Leiterfolien und zusammengelegten horizontalen oder vertikalen Bahnen können bei Rubberdome-Tastaturen bei bestimmte Tasten das Drücken anderer Tasten verhindern. Der Effekt heißt Ghosting, Eingaben verschwinden sozusagen auf geisterhafte Weise. Microsoft hat dafür eine eigene Testwebseite eingerichtet.

Im Büro sind Kombinationen von mehr als drei Tasten außerhalb von bestimmten Shortcuts eher unüblich. Ein Gamer, der im geduckten Vorwärts-Sprint die Waffen nicht wechseln oder während eines Sprungs nicht nachladen kann, wird vom Ghosting dann durchaus beeinträchtigt.


Das ASUS ROG GK2000 Horus – Speed und Präzision

Dank N-Key Rollover wird es beim GK2000 Horus-Keyboard kein Ghosting geben. Alle Tasten können bei einer Polling-Rate von 1000Hz gleichzeitig gedrückt werden – müssen sie aber meist nicht, denn es gibt ja 5 programmierbare Macro-Tasten und man kann zwischen 3 verschiedenen Sets für diese Tasten wechseln. In einer ROG App-Oberfläche können diese Macro-Tasten dann individuell mit Kombinationen belegt werden.



Um die Ansteuerung kümmert sich ein 32Bit-Prozessor, der gleichzeitig auch für die rote LED-Beleuchtung unter jeder einzelnen, per Lasercut beschrifteten Taste zuständig ist. Die langlebigen Cherry MX Red Switches sitzen in einem ebenso widerstandsfähigen Gehäuse aus eloxiertem Aluminium mit Titan-Flügeln. Mit ein bisschen Training können Spieler sich angewöhnen, die Tasten nicht ganz durchzudrücken und somit auch sehr leise zu arbeiten.

ROG GK2000 Transport

Luxusklasse: Dank der mitgelieferten Tasche ist die ROG GK2000 auch beim Transport gut geschützt.


Apropos Lautstärke: Die Audiowiedergabe kann über ein klickbares Scrollrad justiert werden. Ein Klick mutet komplett, daneben findet sich ein weiteres Scrollrad für die Steuerung der Hintergrundbeleuchtung. Maus und Smartphone, für das es eine separate Halterung gibt, kommen an die beiden USB-Ports hinter der GK2000, für Headsets finden sich zwei 3,5mm-Klinkeanschlüsse. Zur umfassenden Ausstattung des ASUS ROG Keyboards gehört auch eine montierbare Handballlenauflage


Eine luxuriösere Gaming-Tastatur mit Cherry MX Red Switches wird sich nur schwer finden lassen.

Die ROG GK2000 ist bald erhältlich.
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